Briefkasten

Der wahrscheinlich sichersteBriefkasten

Briefkasten der Welt

 

 

Komischerweise wird bei mir immer alles viel größer und anders als ursprünglich gedacht. Die Grundidee war:

Ich brauche ein Zeitungsrohr, weil der Briefschlitz in unserer Haustür ziemlich klein ist und jeden Morgen die Zeitung „verkrumpelt“ auf einer nassen Fußmatte liegt. Auf dem Flohmarkt erstand ich für fünf Euro eine sehr alte Messing-Kohlenschütte in astreinem Zustand und wollte daraus eben solch ein Zeitungsrohr bauen. Dummerweise, oder besser gesagt zum Glück, habe ich im Internet gesehen, dass für meine Kohlenschütte Beträge bis zu 400.- EUR bezahlt werden. Deshalb beschloss ich sie als Altersvorsorge zu behalten und überlegte mir daher eine neue Idee. Wie immer, wurde dann aus einer Idee ein ganzes Sammelsurium an Ideen und ich baute fröhlich drauf los.

Das Resultat sehen Sie hier in diesem Film:

Sprachmodule:

Postboten, Zeitungsausträger und Werbemittelverteiler muss ich irgendwie motivieren, die Sachen ordentlich in den Briefkasten zu stecken. Also kann man z.B. die Sprachmodule der jeweiligen Situation anpassen. Der Briefkasten kann sich bedanken, wenn er etwas bekommt oder man kann die Zusteller auch ein klein wenig ärgern. Wenn es regnet, kann man Musik laufen lassen, z.B. „Raindrops are falling on my head“. Wenn er spät dran ist, dann wird er begrüßt mit „Na? War’s spät gestern? Vielen Dank und trotzdem einen schönen Tag noch.“ Da gibt es 100.000 Möglichkeiten. Ich freue mich schon auf Halloween.

Wenn man bei Spam etwas einwirft, hört man einen Schredder.

Die Module gibt es für ca. 6.- EUR zu kaufen und sie bieten Platz für 10 Sekunden Nachrichten, Musik, etc. Die Module haben einen Fotowiderstand und wenn eine Öffnung am Modul verdunkelt wird, wird die Nachricht abgespielt. Deshalb baute ich zusätzlich zwei Monoflop-Schaltungen, die eine LED für eine Sekunde zum Leuchten bringt, wenn eine Briefkastenklappe betätigt wird. Die LEDs habe ich einfach in die Öffnungen von dem Modul gesteckt.

  • Einwurfklappe betätigen (da ist ein Mikroschalter dran)
  • LED leuchtet für eine Sekunde
  • Wenn die LED erloschen ist, spielt das Modul die Nachrichten ab

Das Schloss:

Für einen Vortrag vor Phyikern und Informatikern wollte ich mir unbedingt selbst ein neues Schloss ausdenken und betrachtete mir den Aufbau von Sicherheitsschlössern. Da ist irgendwie seit über 100 Jahren nichts wesentlich Neues passiert, was die Mechanik angeht.

Was jetzt kommt ist ein Paradebeispiel für Querdenkertum:

Zufällig blätterte ich kurz danach in meinem alten Biobuch aus der Schulzeit, das neben einem alten Mischpult mit Schiebereglern lag. In meinem Hirn kreisten Biobuch, Enzyme, Schlüssel-Schloss-Prinzip, Schieberegler, keine Federn sondern Schwerkraft und wupps hatte ich ein Schloss.

Fakten zum Schloss:

  • Verschleißfrei
  • Über 141 Billionen Kombinationen (6er im Lotto nur 141 Millionen)
  • Die Kombination kann einfach geändert werden

 

Dead Drop: (über den Schiebern des Schlosses)

In einem alten Federgehäuse habe ich ein USB-Verlängerungskabel befestigt und in das Innere des Briefkastens gelegt. Dort befindet sich in einer Box ein USB-Stick mit Informationen über den Briefkasten, die Umgebung und allerlei Krimskrams. Besucher, die mich nicht persönlich antreffen, können gerne Nachrichten auf dem Stick hinterlassen.

Der Rest:

Multiplexplatten, Holzleisten, 1,5mm Sperrholz für die Ornamente und Buchstaben, zwei Kunststoffgehäuse für die LED-Schaltungen, Beize, Farbe, 500 Liter Klarlack, etc.. Das Wappen auf der Tür ist übrigens unser Familienwappen, das ich mit einem Bildbearbeitungsprogramm laubsägefreundlich bearbeitet und dann ausgesägt habe.